Alberto, du hast eine internationale Karriere als DJ gemacht, bevor du dich entschlossen hast, dich dem Familienunternehmen zu widmen. Welche Erfahrungen hast du aus dieser Zeit für dich mitgenommen?
Meine Karriere als DJ und Produzent hat sicherlich zu einer breiteren Sichtweise auf Trends beigetragen. Musikveranstaltungen, Festivals und Clubs bieten eine Plattform für das Zusammentreffen von Kulturen und Subkulturen, und manchmal treffen sogar Avantgardist:innen aufeinander, was wirklich inspirierend sein kann.
Es hat Spaß gemacht. Sehr viel Spaß. Aber es war auch eine herausragende Erfahrung, die mir geholfen hat, einige meiner beruflichen Fähigkeiten und Fachkenntnisse zu entwickeln.
Meine Karriere als DJ und die Tourneen mit meiner Band haben sich eine ganze Weile, fast zehn Jahre lang, mit meinem „normalen“ Leben im Textilgeschäft überschnitten. Das hat mein Leben wirklich interessant gemacht. Mir wurde bewusst, dass sich die Welt verändern würde – oder dass zumindest ein großer Wandel in Bezug auf Kommunikation und Digitalisierung bevorstand. Und vor allem ein bewussterer Umgang mit dem Thema Konsum.
Nachhaltigkeit, sowohl als Wort als auch als Konzept, war Anfang der 2000er Jahre noch nicht etabliert. Es befand sich in seiner allgemeinen Bedeutung noch in der Entwicklung – und das tut es offen gesagt immer noch. In der Tat ist Nachhaltigkeit keine abgeschlossene Aufgabe. Es ist vielleicht treffender, Nachhaltigkeit als einen Prozess zu definieren, der sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt und versucht, sich selbst zu perfektionieren.