Leinen

eine unserer ältesten Kulturpflanzen


Allgemeines

Leinen / engl.: linen / Abkürzung: LI

Leinen wird aus den Bastfasern der Pflanzenart Echter Lein (Linum usitatissimum), auch Flachs genannt, hergestellt. Weil die Pflanze robuster ist, werden schon beim konventionellen Anbau weniger Pestizide und Dünger verbraucht, als beim Anbau von Baumwolle. Der Anbau von Faserflachs kommt ohne moderne Technik aus, ist jedoch aufwendig und dadurch kostenintensiv. Bisher ist noch wenig Leinen aus kontrolliert biologischem Anbau auf dem Markt vorhanden. Wie beim Hanf wird in einigen Regionen wie China und Osteuropa die so genannte »Wasserröste« angewendet, um die Fasern von den restlichen Pflanzenbestandteilen zu lösen. Hier werden die aus dem Boden gezogenen Flachspflanzen in Bündeln für eine bestimmte Zeit in Wasser gelegt und dadurch mikrobiell aufgeschlossen.Dabei entstehen Abwässer mit hohem Gehalt an Pflanzenresten. Dadurch das Bakterien die Reste abbauen und dafür Sauerstoff benötigen, sinkt der Sauerstoffgehalt des Flusses derart rapide, dass die Fische sterben. Solche Abwässer könnten einfach in einer Kläranlage behandelt werden, da diese Röste jedoch von den Bauern im ländlichen Raum durchgeführt wird geschieht keine Abwasserbehandlung.

Bei ökologischer Herstellung bedient man sich deshalb der so genannten »Tauröste« auf dem Feld, die allerdings stark von der Witterung abhängig ist. Ökomode verzichtet dabei auf optische Aufheller und Chlorbleiche, bei der giftige Abwässer entstehen.
Mit dem Begriff »Reinleinen« dürfen nur Textilien gekennzeichnet werden, die zu 100% aus Leinen bestehen. In Kleidungsstücken wird Leinen oft zusammen mit Baumwolle verarbeitet.

Herkunft: China

Quelle: Handbuch Naturfaserstoffe/ 2010

 


So handhaben wir das bei Lanius in Sachen Leinen

Wir verwenden hauptsächlich Leinen aus kontrolliert biologischem Anbau. Unser komplettes Leinenjersey Programm ist aus kbA Leinen hergestellt. Leinen als Jersey und Gewebe ist im Sommer gerade bei hohen Temperaturen angenehm zu tragen.


Das macht den Unterschied

Der Anteil des Leinens an der Gesamtproduktion liegt bei etwa 2 %. Bisher ist noch wenig Leinen aus kontrolliert biologischem Anbau auf dem Markt verfügbar. In Deutschland wird nur sehr wenig Faserlein angebaut. Seit 2005 unterstützt ein Projekt in Hessen die Produktion von Bio-Leinen.

Im konventionellen Flachsanbau kommen auch hier vor der Aussaat gelegentlich Totalherbizide, also Unkrautvernichtungsmittel zum Einsatz. Alle Herbizide, führen zu Veränderungen im Wuchs der Flachspflanzen und damit auch zu einem Rückgang in der Faserqualität. Wie das meiste Saatgut sind die Leinsamen gebeizt, das heißt sie wurden als Schutz gegen Pilzbefall und tierische Schädlinge mit entsprechenden Giften behandelt. Während des Pflanzenwachstums werden Halmverkürzer eingesetzt. Diese sollen dafür sorgen, dass die Stängel nach der Düngung nicht zu schnell zu lang werden. Gleichzeitig ist konventionelles Leinen mit Kalium gedüngt, das ebenfalls ein zu schnelles Wachstum der Flachshalme verhindern soll. Auf kargen Böden ist unter sonst gleichen Bedingungen nur ein Drittel bis die Hälfte des mineralisierten Stickstoffs vorhanden. Hier zeigen die Flachspflanzen im konventionellen Anbau klare Mangelsymptome, wenn kein rasch pflanzenverfügbarer Stickstoff künstlich hinzu gegeben wird. Um ein Ausbreiten von Schädlingen zu verhindern werden bei hohem Schädlingsaufkommen während des Pflanzenwachstums entsprechende Gifte, Insektizide, ausgebracht, die zum Beispiel Thripse oder Blattwanzen abtöten. Um Pilzbefall zu vermeiden werden gelegentlich Pilzgifte eingesetzt, sogenannte Fungizide.

Der ökologische Landbau ist grundsätzlich naturnäher und ressourcenschonender. Das ökologische Gleichgewicht des Bodens und die Artenvielfalt wird viel weniger gestört als auf konventionell bewirtschafteten Flächen. Flachs ist eine nachhaltige Pflanze die sich für den ökologischen Anbau eignet. Sie gedeiht am besten, wenn sie in Fruchtfolge mit anderen Pflanzen angebaut wird. Flachs ist umweltfreundlich, benötigt nur wenig Bewässerung, lässt sich unter geringem Energieaufwand bearbeiten und ist biologisch abbaubar. Er kommt meist ohne chemischen Dünger und Pflanzenschutzmittel aus und falls man doch auf diese Mittel zurückgreifen muss, reicht etwa ein Fünftel der für Baumwolle benötigten Menge. Leinen ist außerdem bis zu zwölf Mal reißfester als Baumwolle, sodass sich Leinenprodukte bedeutend länger nutzen lassen und nicht so oft ersetzt werden  müssen. Leinen nimmt Farben sehr gut an -  besonders Naturfarben - und braucht keine chemische Nachbehandlung. Eine deutlich höhere Menge an Saatgut muss im Ökoflachsanbau im Vergleich zum konventionellen Anbau ausgebracht werden, 5 bis 7 %. Die Ernte von ökologisch angebautem Flachs erfordert generell ein besseres Management als die Ernte von konventionellem Flachs. Die Faserqualität von kbA Flachs ist auch infolge des fehlenden Pestizideinflusses mindestens gleichwertig. Das Nebenprodukt bei der Fasererzeugung, das sogenannnte Flachswerg, wird z.B. in der Automobilindustrie oder als Dämmstoff verwendet, ist jedoch bei kbA Flachs stärker durch Unkrautreste verschmutzt und daher qualitativ weniger wert. Eine gute Ernte ist bei kbA Flachs viel stärker von günstigen Wetterverhältnissen abhängig als bei konventionellen Flachs, da ungünstige Wachstums- und Erntebedingungen nicht mit harten Maßnahmen ausgeglichen werden. Dies führt logischerweise zu deutlich höheren Preisen für kbA Flachs als für herkömmlichen Flachs, da eventuelle Missernten finanziell ausgeglichen werden müssen. Im konventionellen Flachsanbau kalkuliert man mit einer Missernte alle sieben Jahre, im ökologischen Flachsanbau alle vier bis fünf Jahre.

Quelle: Ein Netzwerk über Flachs und Leinen


Pflege

Bei Leinen empfehlen wir ein Feinwaschmittel z.B. „texbio“ von der Firma Intervall, es ist besonders hautfreundlich und frei von Phosphaten, optischem Aufheller, Bleichmittel und es ist biologisch abbaubar. Die Farben Ihres Lieblingsteils bleiben lange leuchtend.

  • Nur anschleudern, nicht in den Trockner (Einlaufen und Knittern)
  • Bei gefärbten Leinen Waschhinweise beachten und mit Colorwaschmittel waschen
  • Leinen immer gut anfeuchten
  • Lässt sich im leicht feuchten Zustand gut bügeln
  • Feucht gelagertes Leinen kann Stockflecken bekommen
  • Sehr mottenbeständig
  • Keine Flusen
  • Schmutzabweisend
  • Knitteranfällig

Zu beachten sind aber jeweils die Symbole im Pflegeetikett in Ihrem Kleidungsstück.

Quelle: Greenpeace Magazin Textil Fibel 4/ 2011