Grünes
Lexikon

Wissenswertes rund um das Thema Grüne Mode
vermittelt das kleine Grüne Lexikon.

Die Verwendung hochwertiger Stoffe und Fasern ist ein fester Bestandteil der exklusiven Mode von Lanius. Besonders großen Wert legen wir dabei auf angenehm zu tragende Naturmaterialien wie z.B. Baumwolle, Wolle und Seide. Hier erfahren Sie von A bis Z alles über textile Besonderheiten und Fachbegriffe aus der Welt der Mode.

  • Ausrüstung

    Die Material- und Gebrauchseigenschaften eines Textils werden durch Veredlungsmaßnahmen im Sinne des gewünschten Einsatzzweckes optimiert. Man unterscheidet zwischen chemischen Ausrüstungsverfahren (antibakteriell, bügelfrei, Nanoausrüstung, UV-Blocker etc.), mechanischer Ausrüstung (Schmirgeln, Rauen, Walken, Prägen) und thermischer Ausrüstung (Fixieren, Plissieren, Sengen) Die Oberfläche von Textilien wird durch den Einsatz von Druck, Wasser und Hitze verändert.

  • Azofarbstoffe

    Sie bilden die größte Gruppe der heute verwendeten Farbstoffe. Einige können giftige krebserzeugende Amine freisetzen oder Allergien auslösen und dürfen deshalb inder EU weder zur Stofffärbung oder für Schmuck noch in Kosmetikartikeln, noch in Importartikeln verwendet werden. Leider sind die Kontrollen nicht ausreichend, sodass immer wieder Importartikel mit diesen Farbstoffen entdeckt werden. Durch Schweiß und Speichel können diese aromatischen Amine gelöst werden und in den Körper  gelangen.

  • Bleichen

    Unter Bleichen versteht man den Vorgang, unerwünschte Färbungen zu entfernen oder abzuschwächen, insbesondere Vergilbungen zu beseitigen. Heute werden Textilfasern wie Baumwollstoffe und Leinen in Deutschland vorwiegend mit Wasserstoffperoxid gebleicht. Dabei werden Verunreinigungen/Stoffe, die in den Fasern enthalten sind und diese verfärben, durch Oxidation zerstört.

  • Co2 Emissionen

    Durchschnittliche CO2-Emissionen für die Herstellung von einem Kilo Fasern:

    Tencel = 1200g CO2,

    Biobaumwolle = 1219 g CO2,

    Wolle = 1655 g CO2,

    Viskose = 1825g CO2,

    Hanf = 2224g CO2

    Baumwolle = 3719 g CO2

    Polyester = 7410 g CO2

    Quelle: Lenzing  

    Allerdings häufig zitiert. Wert für Baumwolle schwankt extrem je nach Anbaugebiet.

    CO2 ist mitverantwortlich für den Klimawandel. Für einen aussagekräftigeren Vergleich (z.B. eine Ökobilanz) muss man jedoch gleichzeitig auch die anderen Emissionen in die Luft (Abgase) in das Wasser und den Abfall – jeweils verglichen anhand ihrer Giftigkeit, sowie den Verbrauch an natürlichen Ressourcen berücksichtigen.

  • Enzymatische Reinigung

    Eine effektive Baumwollvorbehandlung muss alle Substanzen entfernen, die nachfolgende Veredlungsschritte beeinträchtigen können. Alkalisches Abkochen/Beuchen benötigt große Mengen an Wasser, Energie und Chemikalien. Bei einer enzymatischen Vorbehandlung, in der Enzyme Verunreinigungen und Begleitstoffe aufspalten, können diese gleichzeitig mit dem Schlichtemittel, dem Kleber der in der Weberei benutzt wurde, entfernt werden. So kann mit dieser umweltfreundlichen Alternative auf das energie- und chemikalienintensive Beuchen gänzlich verzichtet werden, das Gewebe wird sogar weniger geschädigt als beim konventionellen Prozess.

  • Filzfrei Ausrüstung

    Reine Wolle darf nur mit der Hand gewaschen werden, weil sie sehr schnell verfilzen kann, weil sich die schuppigen Fasern verhaken. Um dies zu verhindern, werden bei der Antifilzausrüstung die abstehenden Schuppen  mit Kunstharz geglättet oder kurzerhand mit Chemikalien beseitigt. Dadurch wird Wolle maschinenwaschbar.

  • Fully Fashioned

    Textilien, die formgerecht ohne geschnittene Ränder gestrickt werden. Die festen Ränder entstehen durch Mindern oder Zunehmen von Maschen. Es ist eine Verarbeitung von Strickwaren, bei der Einzelteile in Form gestrickt und nicht einfach zugeschnitten werden, wodurch jeder Saum eine Webkante bildet und sich nicht auftrennt und der Abfall (Stoffreste) reduziert werden.

  • kbA

    Bauern die im kontrolliert biologischen Anbau arbeiten, verzichten auf die Nutzung von künstlichem Dünger, Pestiziden und Gentechnik wie sie in der konventionellen Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Stattdessen basiert ihr Anbau auf Fruchtfolge, tierischen und pflanzlichen Düngermitteln, biologischen Schädlingskontrollen und manuellem Jäten.

  • kbT

    Kontrolliert biologische Tierhaltung beinhaltet artgerechte Tierhaltung und Fütterung sowie den Verzicht auf Masthilfsmittel. Bei kbT-Schurwolle wird z.B. auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet, sowohl in der Parasitenbekämpfung  bei den Tieren als auch auf den Weiden. Vgl. „Mulesing Free“

  • mulesing free

    Als Mulesing (engl.) bzw. Mulesierung (nach John W. H. Mules) wird das Entfernen der Haut rund um den Schwanz von Schafen ohne Schmerzausschaltung bezeichnet. Es ist ein in Australien und in Neuseeland gebräuchliches Verfahren, um einen Befall mit Fliegenmaden (Myiasis) zu verhindern.

    Mulesing ist eine umstrittene Praktik, zu der es viele unterschiedliche Meinungen gibt. Laut der National Farmers Federation ist es der effektivste Weg, das Risiko von Myiasis zu minimieren, der sonst 3.000.000 Schafe jährlich zum Opfer fallen würden. Die Tierrechtsorganisation PETA ist strikt gegen das Mulesing, dies sei eine grausame und schmerzhafte Methode.

  • Naturfarbstoffe

    Von der Natur erzeugte Farbstoffe pflanzlicher, tierischer oder mineralischer Herkunft, die zum Färben von Textilien verwendet werden. Derzeit werden Pflanzenextrakte mit möglichst standardisiertem Farbstoffgehalt entwickelt, die in Zukunft ein industrielles Färben ermöglichen sollen. Pflanzenfarben werden dann die ökologisch sinnvolle Alternative zu Synthesefarbstoffen.  (Siehe „Pflanzenfarbstoffe“)

  • Optische Aufheller

    Wenn die Bleiche ein strahlendes Weiß nicht schafft, helfen optische Aufheller. Je nach Faserart werden verschiedene Weißmacher benutzt. Sie wandeln UV-Licht in wahrnehmbares blaues Licht um, das den Gelbstich der Textilien kompensiert und diese strahlend weiß erscheinen lässt. Optische Aufheller werden auch in Waschmitteln eingesetzt. Ihre chemische Struktur ist dem Östrogen sehr ähnlich und derzeit lässt sich nicht absehen, welcher Organismus in welchem Entwicklungsstadium dadurch geschädigt werden könnte. Leider sind optische Aufheller zusätzlich noch überwiegend schlecht abbaubar oder reichern sich sogar an  und belasten, die Produktionsabwässer sowie das Abwasser der Haushaltswäsche.

  • PCP

    PCP (Pentachlorphenol) ist ein krebserregendes Konservierungsmittel. Obwohl es keine Wirkschwellen gibt die eine sichere Verwendung von PCP erlauben würden, dürfen Lederwaren hierzulande bis zu 5 mg/kg PCP enthalten.

  • PETA

    Ein Teil unserer Kollektion ist mit dem Peta-Approved Vegan Siegel ausgezeichnet. 

    Mit dem Logo findet eine deutliche und einfache Kennzeichnung der veganen Mode statt. Das Siegel sichert zu, dass der gesamte Artikel frei von tierischen Inhaltsstoffen ist. 

  • Pflanzenfarbstoffe

    Diese natürlichen Farbstoffe werden aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen. Man unterscheidet zwischen trockenem Pflanzenmaterial wie Kanadische Goldrute, Färberkamille, Krappwurzeln, Holunderschlempe, Rinde, Zwiebeln, Walnussschalen bzw. feuchten Materialien wie Fisolen, Weintrebern oder rote Rüben. Dem Einsatz von Pflanzenfarben sind jedoch in vielen Bereichen noch Grenzen gesetzt. Bei uns findet man z.B. Knöpfe die mit Tee gefärbt werden.

  • Pilling

    Bis zu zwei Millimeter große, knötchenartige Faserzusammenballungen auf Textilien werden als Pilling bezeichnet. Sie entstehen durch Scheuerbeanspruchung beim Tragen oder durch das Verletzen der Einzelkapillaren.

  • Reaktivfarbstoffe

    Diese synthetischen Farbstoffe stellen die verbreiteste Farbstoffgruppe für europäische Bekleidungstextilien dar. Sie werden hauptsächlich für die Färbung von Baumwolle aber auch für Wolle und Seide eingesetzt. Der Farbstoff zeichnet sich durch gute Gebrauchsechtheiten und geringe humantoxikologische Belastungen aus.  Durch eine chemische Bindung ist die Farbe meist fest an die Faser gebunden. Dadurch ist für den Verbraucher die Gefahr einer Belastung durch herausgelösten Farbstoff sehr gering und auch die Abwasserbelastung während des Waschprozesses ist stark reduziert.

  • Schurwolle

    Schurwolle ist nach dem Textilkennzeichnungsgesetz das vom lebenden Tier gewonnene und erstmalig verarbeitete Haar. Reine Wolle kann auch recycelte Reißwolle enthalten.

  • Schwermetalle

    Während der verschiedenen Verarbeitungsstufen wie Schlichten, Weben, Stricken, Vorbehandlungen, Färben, Drucken und Ausrüstung, können Textilien mit vielen Schwermetallen in Berührung kommen. Kupfer, Nickel und Chromverbindungen erhöhen etwa die Licht- Waschechtheit der Farbstoffe bei  Baumwolle oder Wolle und werden aktuell am häufigsten eingesetzt, z.B. im Farbgebenden Teil von Reaktivfarbstoffen. Im konventionellen Bereich werden sie insbesondere in der Wollfärbung auch direkt eingesetzt – in wesentlich höherer Konzentration. Zinksalze  werden zum Ätzen benutzt, um Fehlfärbungen zu korrigieren. Schwermetalle sind zum Teil hochgiftig und nicht abbaubar und reichern sich z.B. im Blut an (ersetzen das Eisen im Hämoglobin!). Sie sind oft Ursache allergisch bedingter Krankheiten der Atemwege und der Haut. In Deutschland gelten Grenzwerte, metallhaltige Farben kommen seltener und in geringeren Konzentrationen zum Einsatz und werden im Biobereich häufig durch neue Färbemethoden ersetzt. Allerdings gibt es für Blau- Grün und Türkistöne häufig keine schwermetallfreie Alternative. Für einige Stoffe wie Cadmium und Quecksilber besteht in Deutschland ein Verwendungsverbot.

  • Tenside

    Waschaktive Substanzen, welche die Oberflächenspannung des Wassers herabsetzen, wodurch die Faser und Schmutz besser benetzt werden können. Sie zersetzen den Schmutz in kleine Teilchen, so dass er abgeschwemmt wird und verhindert gleichzeitig ein erneutes Anlagern des Schmutzes. Viele industriell hergestellte Tenside sind zu 70% biologisch abbaubar und werden für Waschmittel verwendet.

  • Textile Kette

    A) Rohstoffgewinnung der Naturfaser (Anbau, Pflanzenschutz, Düngung, Ernte, (Entkörnung bei Baumwolle), Reinigung) oder Produktion der Chemiefasern (aus zellulose- oder stärkehaltigen Rohstoffen wie Holz oder Mais oder aus Chemikalien die synthetisiert werden aus Erdöl.)
    B) Spinnerei (Produktion von Garnen)
    C) Weberei/Strickerei (Herstellung von Flächen- und Strickgeweben)
    D) Veredlung (Vorbehandlung, Färben, Drucken, Ausrüsten)
    E) Konfektionierung (Zuschneiden und Nähen, Finishen, Verpacken)
    F) Transport
    G) Gebrauch
    H) Entsorgung

  • Vegetabile/pflanzliche Gerbung

    Bei der vegetabilen (pflanzlichen) Gerbung werden die Häute wie im traditionellen Verfahren in der Grube gegerbt. Bekannt ist dieses Verfahren auch unter den Namen Lohgerberei und Rotgerbung. Dieses Verfahren ist besonders umweltfreundlich, da keine giftigen, chemischen Zusätze verwendet werden.

    Bei der pflanzlichen Gerbung werden Auszüge aus Pflanzenteilen von verschiedenen Hölzern und Rinden (z.B. Eiche, Kastanie, Quebracho, u.a.) zur Gewinnung der Gerberlohe eingesetzt. Die pflanzlichen Gerbmittel werden in der Lohmühle gemahlen und zu einem Sud verarbeitet. Vielerorts erinnern heute noch Namen wie Lohmühle, Lohwald oder Lohmüller an diese traditionelle Methode der Gerbung.

    Der traditionelle, pflanzliche Gerbprozess in der Grube kann bis zu 12 Monaten dauern. Aus diesem Grund wird die Rohhaut in der modernen Vegetabil Gerbung häufig mit synthetischen Gerbstoffen vorgegerbt und anschließend in rotierenden Gerbfässern auf pflanzlicher Basis ausgegerbt. So kann der Gerbprozess auf nur einige Tage verkürzt werden.

  • Vorbehandlung

    Unter Vorbehandlung versteht man in der Textilveredlung das Vorbereiten der Textilien für die nächsten Prozessschritte. Sie umfasst folgende Bereiche: Grobreinigung, Vorappretur, Entschlichtung, Beuchen, Saure Vorbehandlung, Bleichen, Mercerisieren/Ammoniakbehandlung, optisches Aufhellen, Thermofixierung von Synthesefasern.

  • Weichmacher

    Durch chemische Behandlungen beim Bleichen, Färben oder Ausrüsten verlieren Textilien oft ihren weichen geschmeidigen Griff. Dieser wird durch das Aufbringen von Weichmachern wiederhergestellt, die jedoch meist nicht permanent ist und sich auswäscht sowie häufig Allergien auslösen.

  • Vegan

    Das Produkt ist komplett VEGAN und mit dem "PETA-Approved Vegan" Logo zertifiziert. Mit dem Logo findet eine deutliche und einfache Kennzeichnung der veganen Mode statt. Das Siegel sichert zu, dass der gesamte Artikel frei von tierischen Inhaltsstoffen ist.

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